Bitteres Saisonende für die CAM4DENT Sharks Gmunden
Für die CAM4DENT Sharks Gmunden ist die Saison 2025/26 beendet. Nach der knappen 3:4-Overtime-Niederlage in der heimischen Muki Eisarena mussten sich die Titelverteidiger auch auswärts in der Eisarena Kufstein geschlagen geben. Mit 4:3 nach Shoot-out entschied der HC Kufstein die Best-of-Three-Viertelfinalserie mit 2:0 für sich.
Damit müssen die Sharks ihre Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung frühzeitig begraben. Zwei hauchdünne Niederlagen besiegelten das 0:2 in der Serie – und somit auch das Saisonende für die Gmundner Haie. Was bleibt, ist große Enttäuschung – aber auch Stolz auf eine Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde alles investierte.
Spiel 1 – 07.02: Intensives Duell und bitteres Overtime-Ende
Bereits das erste Play-off-Spiel in der heimischen Muki Eisarena ließ erahnen, wie eng diese Serie werden würde. Vor stimmungsvoller Kulisse entwickelte sich ein intensives Duell auf Augenhöhe. Die Sharks präsentierten sich von Beginn an mutig, aggressiv im Forechecking und zielstrebig im Abschluss. Zweimal gingen sie in Führung, zweimal schlug Kufstein zurück.
Neun Minuten vor dem Ende gelang den Tirolern der 3:3-Ausgleich – die Partie musste in die Overtime. Dort folgte der bittere Moment aus Sicht der Sharks: Nach nur 50 Sekunden erzielte Kufstein den entscheidenden Treffer zum 4:3. Trotz einer starken Leistung standen die Gmundner mit leeren Händen da und gerieten in der Serie mit 0:1 in Rückstand.
Spiel 2 – 14.02: Traumstart – Play-off-Krimi bis ins Shoot-out
Im zweiten Viertelfinalspiel in der Eisarena Kufstein – vor 1.078 Zuschauern, darunter zahlreiche mitgereiste Fans aus der Traunseestadt – erwischten die Sharks einen perfekten Start.
Bereits in der 3. Spielminute brachte Moritz Neurauter sein Team nach Vorarbeit von Marc-Andre Dorion und Fabian Richter mit 0:1 in Führung. Die Gmundner blieben tonangebend, kombinierten schnell und präzise – und legten in der 10. Minute nach: Hubert Berger traf nach Zuspiel von Elias Koller und Dorion zum 0:2.
Doch Kufstein bewies Moral. Stefan Reiter verkürzte wenig später auf 1:2, ehe Aleksi Airaksinen in der 20. Minute zum 2:2-Ausgleich traf. Beide Torhüter – Tobias Windhofer auf Seiten der Sharks und Thomas Pfarrmaier bei Kufstein – zeigten starke Leistungen und verhinderten weitere Treffer im ersten Drittel.
Wie schon im ersten Duell entwickelte sich auch das zweite Viertelfinalspiel zu einem echten Play-off-Krimi.
Das zweite Drittel war geprägt von hoher Intensität, kompromisslosen Zweikämpfen und zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Doch sowohl Windhofer als auch Pfarrmaier hielten ihre Teams mit starken Paraden im Spiel. Nach 40 Minuten stand es weiterhin 2:2 – die Spannung war greifbar.
Zu Beginn des Schlussabschnitts gingen die Hausherren erstmals in Führung: Stefan Reiter erzielte in der 42. Minute seinen zweiten Treffer zum 3:2. Für die Sharks war nun klar – sie mussten noch einmal alles nach vorne werfen.
In der 53. Minute, im Powerplay, setzte Dominik Stöttner energisch nach, Moritz Neurauter verlängerte clever, Jonas Kail übernahm und traf zum viel umjubelten 3:3-Ausgleich. Die Partie war erneut völlig offen.
Nach 60 Minuten stand es 3:3 – es ging in die Overtime. Trotz hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten blieb die Verlängerung torlos.
Was folgte, war ein Shoot-out, das selbst routinierte Eishockey-Fans selten erleben: Insgesamt 30 Penaltys wurden ausgeführt. Spieler für Spieler traten an, Torhüter gegen Schützen – ein Nervenduell auf höchstem Niveau.
Schließlich verwandelte Clemens Paulweber den entscheidenden Versuch zum 4:3-Sieg für den HC Kufstein. Großer Jubel bei den Tirolern, tiefe Enttäuschung bei den Sharks. Mit dem 2:0-Seriensieg zog Kufstein ins Halbfinale ein – für Gmunden war die Saison beendet.
Stolz trotz bitterem Ausscheiden
Die Enttäuschung bei den Sharks ist verständlicherweise riesig. Dennoch überwiegt bei genauer Betrachtung auch der Stolz auf eine leidenschaftliche Leistung.
Head Coach Gregor Baumgartner fand nach dem Spiel klare Worte:
„Wir haben in beiden Spielen alles investiert. Im Play-off entscheiden Nuancen – und diesmal waren sie nicht auf unserer Seite. Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, darauf können wir aufbauen.“
Auch im Verein ist man sich bewusst, dass Kleinigkeiten den Unterschied ausmachten. Beide Partien hätten ebenso zugunsten der Gmundner kippen können. Einsatz, Kampfgeist und Teamzusammenhalt stimmten – am Ende fehlte das Quäntchen Glück.
Obmann Günter Kail ergänzt:
„Sicher ist die Enttäuschung über das Ausscheiden groß, aber unsere Sharks haben wirklich alles gegeben und in beiden Play-off-Partien einen ebenbürtigen Gegner abgegeben. Diesmal war das Glück nicht auf unserer Seite. Es schmerzt, wir wollten unbedingt mehr und länger im Rennen bleiben. Gratulation an den HC Kufstein und auch an mein Team samt Trainer Gregor Baumgartner. Jetzt heißt es nach vorne denken und gleich mit der Planung der nächsten Saison beginnen.
Es gibt viel Arbeit für das gesamte Cam4DentSharks Team. Ich möchte mich bei allen – von Betreuern und Helfern über Sponsoren, Fans bis hin zum Vorstand – ganz herzlich bedanken.“
Blick nach vorne
Für die CAM4DENT Sharks Gmunden endet damit eine intensive, emotionale und kämpferische Saison früher als erhofft. Doch die gezeigten Leistungen in den Play-offs haben bewiesen, dass die Mannschaft auf höchstem Niveau mithalten kann.
Nun gilt es, die Serie sorgfältig zu analysieren, Kräfte zu sammeln und die Planungen für die kommende Spielzeit aufzunehmen.
Der Grundstein ist gelegt – mit Charakter, Leidenschaft und einer Mannschaft, die niemals aufgibt.
Bericht und Bilder: Peter SOMMER FOTOPRESS / Administrator





















